Unten stehende Seminare sind für ein Fachpublikum geeignet, das sich zu einem bestimmten Thema weiterbilden möchte.
Gehirn für Pädagogen
Dieses Seminar stellt einen theoretischen Einstieg in die Thematik Lernen und Lehren im Lichte neuerer neurowissenschaftlichen Forschung dar.
Teilnehmer/innen erfahren, wie Menschen in unterschiedlichen Altersstufen lernen und wie Lehrpersonen auf die Lernprozesse einwirken können, damit Lernen erfolgreich stattfindet.
Folgende Themen werden behandelt:
- Einführung in das Gehirn: Gehirnareale und –Strukturen, funktionale Netzwerke
- Lernen und Gedächtnis
- Motivation und Emotion
- Begabung und Lernschwäche
Zielpublikum: Pädagogogen aus allen Fächern, Schullehrehrer/innen,
Kindergärtenpädagogen, Volksschullehrer/innen, Horterzieher/innen, Sonderschullehrer/innen
Dauer: 8 Lehreinheiten à 45 Minuten
Fremdsprache mit allen Sinnen
In diesem Seminar erfahren Sie theoretisch und praktisch, wie alle Sinnesorgane in den Lernprozess involviert werden können, damit die Speicherung fremdsprachlicher Information nicht nur erleichtert, sondern auch resistent gegen Zerfall wird.
Teilenehmer/innen werden in die Rolle der Lernende(n) eines ihnen fremden Sprachcodes versetzt und erleben selbst, wie die Stimulierung unterschiedlicher Sensoren bzw. der Emotion auf sie kurz- und langfristig wirkt. Praktische Beispiele werden erarbeitet, damit Pädagogen dieses Wissen in ihrem Unterricht und in der jeweiligen Sprache einsetzen können.
Zielpublikum: Sprachlehrer/innen an Schulen, Trainer/innen in der Erwachsenenbildung, Kindergärtenpädagogen, Sonderschullehrer/innen.
Dauer: 8 Unterrichtseinheiten
Neurowissenschaftlich basierte Didaktik der Fremdsprachen
Dieses Seminar ist interdisziplinär und verbindet Didaktik der Fremdsprache mit neuem Wissen aus der Neuro- und Kognitivpsychologie, bzw. der angewandten Linguistik. PädagogInnen bekommen Einblick in die biochemische Architektur des Gehirns und in die Beschaffenheit von Gedächtnissystemen. Sie erfahren, wie Lernprozesse stattfinden, wie Lehrende sie einleiten und bewusst steuern können.
Sie lernen die theoretischen Hintergründe von Lernprozessen und erleben den praktischen Unterrichtsablauf. Dies erfolgt in Form eines Workshops, in dem Sie in die Rolle der Lernende(n) eines Ihnen fremden Sprachcodes versetzt werden und selbst erfahren, wie eine Fremdsprache nach neurowissenschaftlichen Prinzipien vermittelt werden kann. Sie erarbeiten in Zusammenarbeit mit Manuela Macedonia praktische Beispiele zu wichtigen Themen der von Ihnen unterrichteten Sprache.
Empfehlenswert vor „Fremdsprache und Spiel“, „Voice Movement Icons“ und „Sensoren und emotionaler Stimulus”
Zielpublikum: Sprachlehrer/innen und -Trainer/innen in der Erwachsenenbildung, KindergärtenpädagogInnen, Sonderschullehrer/innen.
Dauer: 16 Unterrichtseinheiten
Zweit- und Fremdsprache im Kindergarten und in der Grundschule
In den letzten Jahren hat das Thema Mehrsprachigkeit im Kindergarten und in der Volksschule an Wichtigkeit gewonnen. Es ist zur Herausforderung für PädagogInnen geworden, die über keine Ausbildung in der Vermittlung von Fremdsprachen verfügen.
In diesem Seminar lernen Sie, theoretisch wie das Fremdsprachenlernen im Kindesalter erfolgt und wie Sie die Fremdsprache in Ihrem Praxisalltag spielerisch einfließen lassen können. Sie bekommen einen praktischen Leitfaden, an dem Sie sich orientieren können. Weiterhin erarbeiten Sie ein Lernportfolio von Materialien, die Sie nach dem Seminar in Ihrer Gruppe oder Klasse gleich anwenden können.
Themen des Theorieteils:
- Muttersprache, Zweit- und Fremdsprache
- Gehirnaufbau und relevante Zentren für das Sprachnetzwerk
- Wahrnehmung und Verarbeitung sprachlicher Information im Kindesalter
- Spiel als Form des Lernens
- Lernen mit Spaß: Wie Emotion das Lernen steuert.
Im Praxisteil erarbeiten Sie Materialien für Ihre Zielsprache. Anhand dieser Materialien können Sie die Fremdsprachenstunde für die Kinder interessant und spielerisch gestalten und einen progressiven Aufbau der Sprechkompetenz anstreben.
Literatur: Manuela Macedonia: “Sinn-voll Fremdsprachen unterrichten”, “Fremdsprachen lernen und Gedächtnis”
Zielpublikum: Kindergärtenpädagogen, Volksschullehrer/innen, Sonderschullehrer/innen, Horterzieher/innen
Dauer: 30 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten
Fremdsprache und Spiel
Die aktive Beherrschung der Fremdsprache ist ein schwer zu erreichendes Ziel für Lernende. Das Nicht-Sprechen kann verschiedene Ursachen haben: Eine davon ist die Art der Übung, die benutzt wird, um Grammatik zu verarbeiten. Traditionelle schriftliche Übungen stellen kein geeignetes Training für das Sprechen dar. In der Folge kann man in der Praxis beobachten, dass aktives Produzieren von z.B. grammatikalischen Strukturen sehr langsam bzw. mühsam stattfindet.
Sprachspiele sind geeignete Lernmittel, in denen Grammatikregeln in der richtigen Modalität (Sprechen) und im ausreichenden Ausmaß geübt werden können.
Sie führen zur Erfüllung zwei wichtiger Kriterien der Sprachproduktion: Zu Genauigkeit (accuracy) und zu Geschwindigkeit (fluency). Die emotionale Komponente stellt beim Spielen einen zusätzlichen Aspekt dar und gehört zu den Faktoren, die das Behalten der Information unterstützen.
In diesem Seminar erfahren Sprachpädagogen, wie sie theoretisch und praktisch Grammatik und Grammatikübungen im Unterricht als “Spiel” umsetzen können.
Literatur: Manuela Macedonia “Sprachspiele” (Veritas Cornelsen) „Sprachspiele II“ (Veritas Cornelsen) “Das Große Spiel der Verben” (je nach Sprache verschiedene Ausgabe, ELI Verlag) “Sinn-voll Fremdsprachen unterrichten” (Veritas Cornelsen) „Games and foreign language teaching“ (Artikel in “Support for Learning”, August 2005, Blackwell)
Zielpublikum: Sprachlehrer/innen und -Trainer/innen in der Erwachsenenbildung, HorterzieherInnen, Sonderschullehrer/innen.
Dauer: 8 Unterrichtseinheiten
Grammatik der Phantasie
Morphologische und / oder syntaktische Regeln stellen im Unterrichtsalltag oft ein Problem dar. Grammatikalische Terminologie gekoppelt an Unterschieden zur Muttersprache bereiten vielen Lernenden Schwierigkeiten. Regeln, die nicht ausreichend verstanden werden, werden fehlerhaft oder gar nicht angewendet. Die Grammatik der Phantasie ist eine multimodale Umsetzung grammatikalischer Begriffe und Positionen im Satz. Sie hilft Lernenden über Sensomotorik und Assoziation Regeln über Morphologie und Satzstellung zu internalisieren, ohne dafür auf die grammatikalischen Bezeichnungen zurück zu greifen. In diesem Workshop werden Teilenehmer/innen in die Rolle der Lernende(n) eines Ihnen fremden Sprachcodes versetzt und erleben selbst, wie die Grammatik der Phantasie ihnen hilft, schnell und ohne großen Lernaufwand schwierige Endungen zu memorieren bzw. Satzstrukturen zu verstehen und anzuwenden. Teilnahme empfohlen nach “Neurowissenschaftlich basierte Didaktik der Fremdsprachen”.
Literatur: Manuela Macedonia “Fremdsprachen lernen und Gedächtnis” (Trauner Verlag) “Sinn-voll Fremdsprachen unterrichten” (Veritas Cornelsen).
Zielpublikum: Sprachlehrer/innen und -Trainer/innen in der Erwachsenenbildung, Kindergärtenpädagogen, Sonderschullehrer/innen.
Dauer: 4 Unterrichtseinheiten
Von Chomsky zur neuronalen Grammatik: Irrwege und Wege zur Fremdsprache
Wie funktioniert Fremdsprache als System in unserem Gehirn? Wie kann sie unterrichtet und gelernt werden? Chomsky postulierte ein Modell, in dem der Mensch über angeborene Strukturen, die so genannte Universalgrammatik verfügt, die im Spracherwerb durch spezifischen Input aus einer Sprache angereichert wird. Chomsky stützte seine Position auf das Argument der Reizarmut (poverty of stimulus). Danach müsse Sprache angeboren sein, weil der Input, den das Kind während des Mutterspracherwerbs bekommt, zu gering sei, um Sprache vollständig aufzubauen.
Obwohl es nicht Chomskys Absicht war, beeinflusste die Universalgrammatik - manchmal mit dogmatischen Positionen - die europäische Fremdsprachendidaktik sehr stark und konnte in vielen Belangen lediglich Beschreibungen für Phänomene liefern, jedoch keine Erklärungen.
Die empirischen Erkenntnisse aus der kognitiven Neurowissenschaft zeichnen ein neuartiges Bild vom System "Sprache". Man spricht von Grammatik der Neuronen: Ein transparentes Bild der menschlichen Kommunikation bietet eine fundierte Grundlage für die Unterrichtsgestaltung. In diesem Workshop verstehen Sie die Hintergründe didaktischer Vorgangsweisen und können durch Beispiele aus dem Unterrichtsalltag selbst urteilen, ob und welche Vorgangsweisen und Lehrwerke zielführend sind.
Zielpublikum: Sprachlehrer/innen und -Trainer/innen in der Erwachsenenbildung, Sonderschullehrer/innen.
Dauer: 8 Unterrichtseinheiten.
Voice Movement Icons (VMIs)
Voice Movement Icons sind eine von Manuela Macedonia entwickelte Lernstrategie. Sie stellen den Kern des sensomotorischen Fremdsprachenunterrichts dar. VMIs wurden in ihrer langjährigen Praxis an der Universität Linz erprobt und in zahlreichen Experimenten wissenschaftlich getestet.
VMIs werden in der Inputphase des Fremdsprachenunterrichts eingesetzt, um die Speicherung und den Abruf der Vokabeln sowie von morphologischen und syntaktischen Strukturen zu erleichtern, zu beschleunigen und gegen das Vergessen resistent zu machen. Der Einsatz von VMIs bewirkt einen Abbau der Sprechangst und eignet sich hervorragend dazu, neues Sprachmaterial in Form von Dialogen zu präsentieren: Dabei werden Lernende von der ersten Unterrichtsminute an angeregt, selbst zu sprechen. Es ergibt sich zunächst eine Sprachreproduktion, die über verschiedene Phasen zu einer eigenen Sprachproduktion geleitet.
In diesem Workshop werden Teilnehmer/innen in die Rolle der Lernenden eines Ihnen fremden Sprachcodes versetzt und erleben selbst, wie VMIs auf sie wirken. Nach der „learning by doing session“ werden die neuropsychologischen Grundlagen des sensomotorischen Lernens vermittelt. Weiterhin werden im Seminar praktische Beispiele erarbeitet, damit Teilenehmer/innen VMI´s in ihrem Unterricht und der jeweiligen Sprache einsetzen können.
Hinweis: Teilenehmer/innen mögen die Kopie (auf Folie für Overheadprojektor) eines Dialogs in der von ihnen unterrichteten Sprache mitnehmen.
Hinweis: Teilenehmer/innen mögen die Kopie (auf Folie für Overheadprojektor) eines Dialogs in der von ihnen unterrichteten Sprache mitnehmen.
Literatur: Manuela Macedonia “Fremdsprachen lernen und Gedächtnis” (Trauner Verlag) “Sinn-voll Fremdsprachen unterrichten” (Veritas Cornelsen) Dauer: 8 Unterrichtseinheiten
Zielpublikum: Sprachlehrer/innen und -Trainer/innen in der Erwachsenenbildung, Kindergärtenpädagogen, Sonderschullehrer/innen.
Dauer: 8 Unterrichtseinheiten”.