Wie konkret kann die Hirnforschung Pädagogen helfen?
Das Beispiel Fremdsprachen
Im letzten Jahrzehnt hat die Neurowissenschaft viele Menschen in ihren Bann gezogen.
Durch bildgebende Verfahren sind kognitive Prozesse „sichtbar“ geworden. Bunte Bilder neuronaler Aktivität haben die Neugierde geweckt und die Faszination
für das bis dahin Verborgene ausgelöst. Dadurch ist das Bewusstsein gewachsen,
dass Kognition keine Black-Box ist, sondern aus unzähligen
Mechanismen besteht, die dynamisch sind, die auf Reize reagieren, auf die man Einfluss nehmen kann. Pädagogen suchen nun nach diesem Wissen, um Resultate aus der Gehirn-forschung
in ihre Tätigkeit zu implementieren und somit Lernprozesse zu beeinflussen, zu steuern
und zu verbessern.
Dennoch gestaltet sich der Wissenstransfer als schwierig.
Die Ursachen sind mehrfach. Neurowissenschaftler und Pädagogen haben unterschiedliche
Ziele in ihrer Arbeit. Die Einen arbeiten an den Grundlagen der Kognition,
die Anderen formen die Kognition von Menschen, die sie in ihrer Entwicklung begleiten.
Neurowissenschaftler sind Natur-wissenschaftler, sie grenzen Phänomene
streng ein und belegen die Ursachen mit empirischen Methoden
Pädagogen sind
in der Tradition der Geisteswissenschaften aufge-wachsen, sie sind an weit reichenden
Zusammenhängen interessiert, Ihre Sprache ist die der Thesen und Antithesen.
Dennoch gibt es bereits Wege und Brücken, die Neurowissenschaft und Unter-richtspraxis verbinden: Am Beispiel Fremdsprache wird erläutert, wie Pädagogik neue
Erkenntnisse aus der Forschung konkret implementieren kann, wie der Weg in die
Zukunft aussehen müsste, um die zwei Giganten, Pädagogik und Gehirnforschung
auf einen gemeinsamen fruchtbaren Weg zu bringen.
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Aus Macedonia, Manuela: Wie konkret kann die Hirnforschung Pädagogen helfen? Das Beispiel Fremdsprachen, in: Müller, Monika C. M./Terbuyken, Gregor (Hrsg.): Lerntheorien. Von der Wissenschaft in die Praxis und zurück, Reihe Loccumer Protokolle Band 15/10, Rehburg-Loccum 2010, S. 87-95.